Unsere Arbeit zielt darauf ab, das Kind, den Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen, die Bedarfe, Bedürfnisse, Ressourcen zu erkennen, zu befriedigen und zu fördern. Den Kindern und Jugendlichen bieten wir in der KJHS einen Ort, an dem sie Entfaltungsmöglichkeiten erhalten und die Freude am Leben (zurück-) gewinnen, an dem sie die notwendigen Kenntnisse für ihr Leben in der Gemeinschaft erlangen und ihre Kraft, Kreativität, Phantasie und ihren Mut ausprobieren können. Kinder und Jugendliche erfahren und spüren, dass sie gewünscht, respektiert und geliebt sind, dass ihre Defizite, Aggressionen, Wut, Trauer und Traurigkeit ausgehalten und akzeptiert werden. Sie dürfen sie selbst sein.

Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werden sie von uns aus aufbrechen um ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Wenn die Begebenheiten in der Familie es zulassen, helfen wir den Eltern bei der Neugestaltung ihres Familienlebens und begleiten sie, bis sie alleine zurecht kommen. Bei Kindern und Jugendlichen, deren Familien aus unterschiedlichen Gründen weg gebrochen sind, versuchen wir mit den Kindern den Schmerz zu mildern, sich zu lösen und ihre Eltern zu akzeptieren, wie sie sind. Das Vergangene ist nicht auslöschbar, aber zu begreifen, zu bewältigen und zu integrieren.

Unsere familienzentrierte Sichtweise will trotz ihrer Allparteilichkeit für das Familiensystem und einer intensiven Arbeit mit der Herkunftsfamilie die Individualförderung des Kindes/Jugendlichen auf keinen Fall vernachlässigen. Nicht alle Probleme oder Verhaltensstörungen eines Kindes/Jugendlichen lassen sich auf Störungen innerhalb des Familiensystems zurückzuführen, daher muss den Bedürfnissen der Kinder/Jugendlichen nach angepasster differenzierter Einzelbetrachtung und Behandlung Rechnung getragen werden.