Betreuungsformen

Verselbständigung im hauseigenen Wohnappartment

Im Übergang zwischen dem Leben in der Wohngruppe und dem Bezug einer eigenen Wohnung (Sozialpädagogisch betreutes Wohnen – SbW), gibt es die Möglichkeit zum Wohnen in einem separaten Appartement im Souterrain der Einrichtung.

Um Jugendliche der Einrichtung auf den Auszug hin zum eigenständigen Wohnen mit dem Erreichen der Volljährigkeit besser vorzubereiten, ist ein separates Wohnappartement mit eigenem Badezimmer und mit einer Küchenzeile im Wohn- und Schlafraum eingerichtet und möbliert worden.

Nach Absprache im pädagogischen Team, sollen Jugendliche ab 17 Jahren sich selbst bezüglich ihrer vorhandenen lebenspraktischen Fähig- und Fertigkeiten, im noch geschützten Rahmen der KJHS, selbstkritisch überprüfen und ausprobieren. Der betreffende Jugendliche soll mit einem festgelegten, angemessenen Budget lernen eine eigenständige Haushaltsführung zu bestreiten. – In regelmäßigen Gesprächen mit dem Bezugsbetreuer geht es um die Offenlegung noch zu fördernder Fähigkeiten und die Überprüfung des zweckgebundenen monatlichen Etats.

Ein Verbleib des Jugendlichen in dem von ihm bewohnten Wohnappartement über das Erreichen der Volljährigkeit hinaus ist möglich. Der Jugendliche stellt im Rahmen der Hilfe für junge Volljährige (nach § 41 SGB VIII) einen freiwilligen, eigenständig formulierten Antrag auf Verlängerung der Jugendhilfemaßnahme bei dem für ihn zuständigen Jugendamt. Somit kann das Wohnen im Appartement der Einrichtung als Vorstufe zum Sozialpädagogisch betreuten Wohnen angesehen werden, auf das nachfolgend eingegangen wird.


Vollstationäres Wohnen in einer „eigenen“ Wohnung

Ein weiterer Schritt der Verselbstständigung ist, dass die Einrichtung eine Wohnung in der Nähe anmietet. Der Jugendliche wird bei der Suche dieser Wohnung begleitet und entscheidet mit. Er gehört weiterhin der Gruppe an, ist beim Mittagessen, bei Freizeitveranstaltungen und Gruppengesprächen wie gehabt eingebunden. Die restliche Freizeit gestaltet er eigenverantwortlich in seinen „eigenen“ Räumen. Nach einer, im Hilfeplan festgelegten Zeit und mit Erreichung des 18. Lebensjahres hat er die Möglichkeit den Mietvertrag zu übernehmen und ins Sozialpädagogisch betreutes Wohnen (SbW) zu wechseln.


Sozialpädagogisch betreutes Wohnen (SbW)

Das Sozialpädagogisch betreute Wohnen ist eine Betreuungsform im Rahmen der Jugendhilfe (nach § 41 SGB VIII), die besonders für bereits Volljährige bestimmt ist.

Im Rahmen einer kontinuierlichen Betreuung des Jugendlichen, bzw. jungen Erwachsenen von der Aufnahme bis hin zum Auszug in einen eigenständigen Haushalt bietet die KJHS, über den jeweils zuständigen Bezugsbetreuer, das Angebot des Sozialpädagogisch betreuten Wohnens (SbW) an. Hierbei wird der junge Erwachsene für die Dauer der benötigten Hilfe noch durch eine/n Mitarbeiter/in aus dem Pool der freien Mitarbeiter/innen beraten und betreut. Mit dem zuständigen Jugendamt des jungen Erwachsenen werden die benötigten Fachleistungsstunden individuell abgeklärt.

Verlauf des SbW

Der junge Erwachsene erhält durch eine/n freie Mitarbeiter/in Unterstützung bei der Suche nach einer entsprechenden, angemessenen Wohnung und mietet diese dann selbständig an. Je nach Bedarf und Verfügbarkeit besteht zu dem die Möglichkeit, ein Einrichtungseigenes Appartment in der Paderborner Innenstadt zu beziehen.

Weitere Hilfestellung erhält der Betreffende beim Aufsuchen von Ämtern und Behörden und in Verwaltungsangelegenheiten, z.B. Beantragung einer Erstausstattung für die eigene Wohnung. Zusätzlich bekommt er Unterstützung beim Besuch einer weiterführenden Schule, bzw. Aufnahme einer Ausbildung. Der junge Erwachsene wird auch dahingehend angehalten seine vorhandenen sozialen und lebenspraktischen Fähigkeiten und Kenntnisse auszubauen, um erfolgreich eigenständig zu wohnen und stabilisiert sein alltägliches Leben zu bewerkstelligen.

Im Prozess des Sozialpädagogisch betreuten Wohnens leitet einen/e freie Mitarbeiter/in der KJHS den jungen Erwachsenen zur Eigeninitiative, hin zur umfassenden eigenständigen Lebensführung, an.